Damit du verstehst, wie du mit KI zusammen lernen kannst, musst du zuerst verstehen, wie Lernen rein biologisch funktioniert. Dafür musst du jetzt einiges lesen. Aber der Aufwand lohnt sich: Er schützt dich davor, dich von der Technik austricksen zu lassen.
Wie funktioniert Lernen?
Lernen bedeutet wiederholen, üben und verstehen.
Lernen strengt an und verlangt Aufmerksamkeit.
Lernen ist kein einfaches Merken von Informationen, es ist ein Umbauprozess in deinem Gehirn. Dabei arbeiten drei Bereiche deines Gedächtnisses zusammen: das sensorische Gedächtnis, das Arbeitsgedächtnis und das Langzeitgedächtnis. Wenn du weisst, wie diese drei funktionieren, verstehst du, warum „schnell mal den Text überfliegen“ meistens nichts bringt.
Abbildung 1: Gedächtnisbereiche [KSSO, Collage3), CC BY-SA 4.0]
✨ Sensorisches Gedächtnis
Dein Gehirn wird jede Sekunde mit unzähligen Eindrücken bombardiert. Das sensorische Gedächtnis ist dein automatischer Filter. Es entscheidet in Millisekunden: Wichtig oder unwichtig? Alles Unwichtige wird sofort gelöscht, bevor du es überhaupt merkst.
Beispiel: Du spürst den Stoff deiner Kleidung den ganzen Tag nicht bewusst, bis du genau in diesem Moment daran denkst.
Das sensorische Gedächtnis nehmen wir nicht bewusst wahr.
⚙️ Arbeitsgedächtnis
Das ist quasi dein Arbeitsspeicher. Hier wird bewusst gedacht. Das Problem: Dieser Speicher ist extrem klein und schnell überlastet. Wenn hier zu viel gleichzeitig passiert, gehen Informationen verloren. Das Arbeitsgedächtnis lässt sich durch jeden neuen Reiz sehr leicht ablenken.
Damit eine Info hier nicht sofort wieder verschwindet, musst du sie aktiv verarbeiten (z. B. darüber nachdenken, sie laut aussprechen, sie wiederholen). Das kostet physisch Energie. Intensives Denken strengt merklich an, weil Nervenzellen aktiv sind. Deshalb bist du nach einer konzentrierten Arbeitsphase auch wirklich erschöpft.
Beispiel: Versuch dir auf einer Party fünf neue Namen zu merken, während im Hintergrund Musik läuft und dein Handy vibriert. Kaum machbar.
🗃️ Langzeitgedächtnis
Dein Lanzeitspeicher. Hier ist enorm viel Platz für Wissen und Fähigkeiten (wie Fahrradfahren oder kritisches Denken). Aber Achtung: Wissen wird hier nicht einfach starr wie eine PDF-Datei abgelegt. Erinnerungen sind fehleranfällig und verändern sich im Laufe der Zeit.
Wenn du Dinge selten abrufst, können sie verblassen. Das Gehirn füllt solche Lücken dann oft einfach auf, indem es rät. So können Falschaussagen entstehen, von denen wir felsenfest überzeugt sind.
Beispiel: Welche Farbe hatte das Auto, das heute Morgen an dir vorbeigefahren ist? Oft füllt das Gehirn im Nachhinein eine Farbe ein, die einfach plausibel wirkt.
Der entscheidende Punkt: Wenn Wissen vom Arbeits- ins Langzeitgedächtnis wandert, verändert sich deine Hirnstruktur. Dabei bilden sich neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Dieser Bauprozess braucht Wiederholung und Zeit.
Aufmerksamkeit ✨⇒
Auch das sensorische Gedächtis automatisch läuft: Du entscheidest, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest. Dadurch steuerst du, was überhaupt in dein Arbeitsgedächtnis darf. Multitasking (z. B. Social Media neben den Hausaufgaben) funktioniert biologisch nicht. Dein Gehirn springt nur schnell hin und her und verliert dabei deutlich an Leistung.
Lernen und Erinnern ⚙️⇔🗃️
Nervenverknüpfungen aufzubauen, ist anstrengend. Du kannst es dir aber leichter machen, wenn du nicht nur auswendig lernst, sondern versuchst die Inhalte zu verstehen. Wenn du etwas in eigenen Worten erklären kannst, hast du es mit deinem Vorwissen verknüpft.
Ablenkungen (wie Chat-Nachrichten auf dem Laptop) erhöhen deinen Aufwand extrem, weil dein Arbeitsgedächtnis ständig neu ansetzen muss. Leichte Aktivität hingegen (z. B. beim Lernen im Zimmer umhergehen, laut Sprechen beim Wiederholen) erhöht die Aufnahmefähigkeit deines Gehirns.
Entscheident ist auch ausreichend Schlaf. Die aktive Lernphase reicht nicht aus, um Wissen zu verankern. Das Gehirn baut die Verbindungen im Langzeitgedächtnis erst dann richtig auf, wenn Geist und Körper ruhen.
Soziales Lernen – gemeinsam Lernen ✨⇒⚙️⇔🗃️
Warum sitzen wir eigentlich gemeinsam in Klassenzimmern? Weil Lernen oft Überwindung kostet. Wenn sich auch andere im selben Raum konzentrieren müssen, fällt es oft leichter, sich selbst aufzuraffen, als allein am Schreibtisch. Ausserdem: Im direkten Diskutieren, Nachfragen und auch Widersprechen mit anderen zwingst du dein Gehirn viel mehr, Dinge wirklich zu durchdenken, als wenn du sie nur für dich liest.
; 🎯 Was hilft beim Lernen?
Inhalte selbst durchdenken, in eigenen Worten formulieren, nach eigener Logik ordnen
Inhalte von Hand aufschreiben
Beim Lernen langsam herumgehen, sich Dinge selbst laut erklären
Genügend Pausen und Schlaf
Ablenkung minimieren (z. B. Handy in ein anderes Zimmer legen, WhatsApp auf dem Laptop ausschalten)
Gemeinsam diskutieren und lernen.
✍ Auftrag «Wie lerne ich am besten?»
Wie gut eignet sich die Schule als Ort zum Lernen? Welche Punkte des Lernens werden durch die Schule unterstützt? Welche Punkte werden durch die Schule nicht unterstützt? Halte deine Einsichten im Textfeld fest, Stichworte genügen. Loading ⌛
Vielleicht hast du hier Neues über das Lernen gelernt. Was nimmst du dir davon für dein eigenes Lernen vor? Halte deine Einsichten im Textfeld fest, Stichworte genügen. Loading ⌛
🧑 & 🤖 - Lernen mit KI
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🎯 Hier geht es um dein Denken. Entdecke, warum KI eine Falle sein kann, wenn du sie nur als bequeme Abkürzung nutzt, und wie du sie stattdessen als kritischen Sparringpartner einsetzt. Wer sein Denken an eine Maschine auslagert, macht sich abhängig. Wer mit ihr zusammenarbeitet, wird unschlagbar.
ℹ️ Dieses Kapitel ist inspiriert von einem Vortrag von Derek Muller, Vertasium4) und einem Artikel von Jeremy Utley, Stanford University5).
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INTOC
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Damit du KI wirklich als Werkzeug und nicht als Krücke nutzen kannst, musst du zuerst verstehen, wie Lernen rein biologisch funktioniert. Dafür musst du jetzt einiges lesen. Aber der Aufwand lohnt sich: Er schützt dich davor, dich von der Technik austricksen zu lassen.
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Wie funktioniert Lernen?
Lernen bedeutet wiederholen, üben und verstehen.\ Lernen strengt an und verlangt Aufmerksamkeit.
Lernen ist kein einfacher Download von Informationen in deinen Kopf. Es ist ein physischer Umbauprozess in deinem Gehirn. Dabei arbeiten drei Bereiche deines Gedächtnisses zusammen: das sensorische Gedächtnis, das Arbeitsgedächtnis und das Langzeitgedächtnis. Wenn du weisst, wie diese drei funktionieren, verstehst du, warum «schnell mal den Text überfliegen» meistens nichts bringt.
Abbildung 2: Gedächtnisbereiche [KSSO, Collage6), CC BY-SA 4.0]
; ✨ Sensorisches Gedächtnis
: Dein Gehirn wird jede Sekunde mit unzähligen Eindrücken bombardiert. Das sensorische Gedächtnis ist dein automatischer Filter. Es entscheidet in Millisekunden: Wichtig oder unwichtig? Alles Unwichtige wird sofort gelöscht, bevor du es überhaupt merkst.\ \
: Beispiel: Du spürst den Stoff deiner Kleidung den ganzen Tag nicht bewusst – bis du genau in diesem Moment daran denkst.\ \
: Das sensorische Gedächtnis arbeitet komplett unbewusst.
; ⚙️ Arbeitsgedächtnis
: Das ist quasi dein Arbeitsspeicher. Hier wird bewusst gedacht. Das Problem: Dieser Speicher ist extrem klein und schnell überlastet. Wenn hier zu viel gleichzeitig passiert, gehen Informationen verloren. Das Arbeitsgedächtnis lässt sich durch jeden neuen Reiz sehr leicht ablenken.\ \
: Damit eine Info hier nicht sofort wieder verschwindet, musst du sie aktiv verarbeiten (z. B. darüber nachdenken, sie laut aussprechen, sie wiederholen). Das kostet physisch Energie. Intensives Denken strengt merklich an, weil Nervenzellen aktiv sind. Deshalb bist du nach einer konzentrierten Arbeitsphase auch wirklich erschöpft.\ \
: Beispiel: Versuch dir auf einer Party fünf neue Namen zu merken, während im Hintergrund Musik läuft und dein Handy vibriert. Kaum machbar.
; 🗃️ Langzeitgedächtnis
: Deine Festplatte. Hier ist enorm viel Platz für Wissen und Fähigkeiten (wie Fahrradfahren oder kritisches Denken). Aber Achtung: Wissen wird hier nicht einfach starr wie eine PDF-Datei abgelegt. Erinnerungen sind fehleranfällig und verändern sich im Laufe der Zeit.\ \
: Wenn du Dinge selten abrufst, können sie verblassen. Das Gehirn füllt solche Lücken dann oft einfach auf, indem es rät. So können Falschaussagen entstehen, von denen wir felsenfest überzeugt sind.\ \
: Beispiel: Welche Farbe hatte das Auto, das heute Morgen an dir vorbeigefahren ist? Oft füllt das Gehirn im Nachhinein eine Farbe ein, die einfach plausibel wirkt.\ \
: Der entscheidende Punkt: Wenn Wissen vom Arbeits- ins Langzeitgedächtnis wandert, verändert sich deine Hirnstruktur. Es bilden sich neue physische Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Dieser Bauprozess braucht Wiederholung und Zeit. Kein Copy-Paste der Welt (und keine KI) kann dir das abnehmen.
; Aufmerksamkeit ✨⇒
: Auch wenn der erste Filter automatisch läuft: Du entscheidest, worauf du den Scheinwerfer richtest. Durch echte Aufmerksamkeit steuerst du, was überhaupt in dein Arbeitsgedächtnis darf. Multitasking (z. B. Social Media neben den Hausaufgaben) funktioniert biologisch nicht. Dein Gehirn springt nur rasend schnell hin und her – und verliert dabei massiv an Leistung.
; Lernen und Erinnern ⚙️⇔🗃️
: Nervenverknüpfungen aufzubauen, ist anstrengend. Punkt. Du kannst es dir aber leichter machen, wenn du nicht stumpf auswendig lernst, sondern versuchst zu verstehen. Wenn du etwas in eigenen Worten erklären kannst, hast du es mit deinem Vorwissen vernetzt. Ein Text, den dir eine KI nur schnell zusammengefasst hat, den du aber nie selbst durchdacht hast, prallt an deinem Langzeitgedächtnis meist einfach ab.
: Ablenkungen (wie Chat-Nachrichten auf dem Laptop) erhöhen deinen Aufwand extrem, weil dein Arbeitsgedächtnis ständig neu ansetzen muss. Leichte Bewegung hingegen (z. B. beim Lernen im Zimmer umhergehen) erhöht die Aufnahmefähigkeit deines Gehirns.
: Und das absolute Fundament: Ausreichend Schlaf. Die aktive Lernphase reicht nicht aus, um Wissen zu verankern. Das Gehirn baut die Verbindungen im Langzeitgedächtnis erst dann richtig auf, wenn Geist und Körper ruhen.
; Soziales Lernen – warum allein oft nicht reicht ✨⇒⚙️⇔🗃️
: Warum sitzen wir eigentlich gemeinsam in Klassenzimmern? Weil Lernen oft Überwindung kostet. Wenn sich auch andere im selben Raum konzentrieren müssen, fällt es oft leichter, sich selbst aufzuraffen, als allein am Schreibtisch. Ausserdem: Im direkten Diskutieren, Nachfragen und auch Widersprechen mit anderen zwingst du dein Gehirn viel mehr, Dinge wirklich zu durchdenken, als wenn du sie nur für dich liest.
🎯 Was hilft beim Lernen?
Inhalte selbst durchdenken, in eigenen Worten formulieren, nach eigener Logik ordnen
Inhalte von Hand aufschreiben
Beim Lernen langsam herumgehen, sich Dinge selbst laut erklären
Genügend Pausen und Schlaf
Ablenkung minimieren (z. B. Handy in ein anderes Zimmer legen, WhatsApp auf dem Laptop ausschalten)
Gemeinsam diskutieren und ernen
✍ Auftrag «Wie lerne ich am besten?»
Wie gut eignet sich die Schule überhaupt als Lernort? Welche biologischen Bedingungen fürs Lernen unterstützt die Schule? Und wo steht sie dem, was du oben gelesen hast, im Weg? Halte deine Einsichten im Textfeld fest, Stichworte genügen. Loading ⌛
Schau dir die Liste „Was hilft beim Lernen?“ an: Welchen Punkt ignorierst du bisher am erfolgreichsten? Was genau nimmst du dir für dein eigenes Lernen vor? Halte deine Einsichten im Textfeld fest, Stichworte genügen. Loading ⌛
Lernen mit KI – Teil 1
Jetzt weisst du, wie Lernen funktioniert. Wie beeinflusst der Gebrauch eines KI-Chatbots dein Lernen?
Sie ist 11 Jahre alt und im letzten Jahr der Grundschule. Sie benutzt ChatGPT über mein Konto, sodass ich sehen kann, was sie geschrieben hat und Alter, die Generation Alpha ist so was von «lost».
Es fängt damit an, dass sie ChatGPT bat, 3 Minuten in Sekunden umzurechnen. Okay, man könnte sagen, das ist normal, vielleicht fand sie nur diese spezielle Frage schwierig, richtig? Aber der Hammer ist, sie liess ChatGPT jede einzelne Frage ihrer zweiseitigen Mathe-Hausaufgabe beantworten, und das beinhaltete auch sehr einfache Fragen wie, wie viele Stunden ein Tag und 7 Stunden haben – das ist wortwörtlich nur 24 + 7, und das hatte sie ChatGPT gefragt, ohne auch nur den Versuch zu machen, es selbst zu lösen.
Und damit nicht genug, dann bat sie ChatGPT, ihre Deutsch-Hausaufgaben zu erledigen. Sie gab ChatGPT die Anweisung, das (übrigens total einfache) 150-Wort-Gedicht zu schreiben, das sie anschliessend analysieren sollte und fügte zu ihrer Anweisung gleich auch die zum Gedicht gestellten Fragen hinzu. Aber sie kopierte nicht einmal die gut strukturierten, ausführlichen Antworten, die ChatGPT gab. Sie forderte ChatGPT auf, die Antwort zu kürzen. Und selbst als ChatGPT die Antwort auf buchstäblich einen einzigen Satz reduziert hatte, liess sie weiter kürzen, bis daraus ein Sieben-Wort-Satz für Erstklässler wurde. Am Ende kopierte sie alles, ohne das Gedicht zu verstehen oder es auch nur gelesen zu haben.
Sie liest niemals, nicht einmal im Ansatz, was ChatGPT antwortet. Sie kopiert und fügt einfach nur stumpfsinnig ein, während im Hintergrund TikTok läuft. Wenn das viele Grundschulkinder so machen, dann sieht die Zukunft düster aus.
Lasst euch das gesagt sein: Die Generation Z ist fähig zu schreiben und zu antworten, nutzt ChatGPT aber aus reiner Faulheit. Die Generation Alpha wird ChatGPT nutzen müssen, weil sie nicht einmal mehr dazu in der Lage sein wird, es selbst zu tun.
ℹ️ Zur Generation Alpha gehört, wer zwischen 2010 und 2025 geboren wurde. Zur Generation Z gehört, wer zwischen 1995 und 2010 geboren wurde.
Im letzten Abschnitt hattest du gelesen, wie Lernen funktioniert. Welche wichtigen Schritte des Lernens verpasst die kleine Schwester von Alone_Yam_36? Halte deine Einsichten im Textfeld fest, Stichworte genügen. Loading ⌛
Wie sollte die kleine Schwester von Alone_Yam_36 deiner Meinung nach ChatGPT zum Lernen nutzen? Halte deine Einsichten im Textfeld fest, Stichworte genügen. Loading ⌛
Lernen mit KI – Teil 2
Wie geht nun effizientes Lernen mit KI? Wie kann ich dank KI noch schlauer werden?
Erste Vergleiche von Denkvermögen und Hirnaktivität mit und ohne KI-Chatbot-Nutzung 8)9) legen vereinfacht gesagt Folgendes nahe.
👎🏽 Du nutzt deinen KI-Chatbot vorwiegend als Tool, das dir das Aufgabenlösen und das Lernen abnimmt. Als Folge davon wird dein Wissen abnehmen und ebenso deine Fähigkeit, Probleme lösen und Dinge beurteilen zu können.
👍🏽 Du überlegst immer zuerst selbst. Danach nutzt du deinen KI-Chatbot als Lernpartner, der dir beim Verstehen hilft oder dir Rückmeldungen gibt. Als Folge davon wird dein Wissen zunehmen und ebenso deine Fähigkeit, Probleme lösen und Dinge beurteilen zu können.
✍ Auftrag Lernen mit KI 2
⚠️ Nutze für diesen Auftrag nicht den „Study Modus“. Einige KI-Chatbots besitzen speziell zum Lernen einen Modus, in welchem dir der KI-Chatbot nicht einfach die Lösung präsentiert. Der Study Modus geht zwar in die richtige Richtung, er ist jedoch aus unserer Sicht noch zu wenig konsequent.
😵💫 Für eine Prüfung musst du wissen, was der Begriff «Digitalität» bedeutet. Die Erklärung auf Wikipedia (erster Abschnitt in Digitalität) hattest du aufmerksam durchgelesen, aber du hattest sie trotzdem nicht verstanden. Du beschliesst, dir von deinem KI-Chatbot beim Lernen helfen zu lassen.
Ich bin in der 9ten Klasse und du bist die beste Nachhilfe der Welt. Erkläre mir bitte die folgende Definition. Antworte in einfacher Sprache. Mache kurze Sätze.
—
Digitalität bezeichnet die auf digital codierten Medien und Technologien basierenden Verbindungen zwischen Menschen, zwischen Menschen und Objekten und zwischen Objekten. Im Gegensatz zu den Begriffen der Digitalisierung oder der digitalen Transformation, die eher eine technologische Entwicklung betonen, bezieht sich Digitalität, ähnlich wie der Begriff Digital Lifestyle, stärker auf soziale und kulturelle Praktiken. Gemeint ist »der kulturelle und soziale Niederschlag« eines Wandels, der »neue Handlungsroutinen, Kommunikationsnormen, soziale Strukturen, Identitätsmodelle, Raumvorstellungen etc. hervorbringt«.[1] Bestimmte kulturelle Praktiken, die im Kontext der Digitalisierung entstanden sind, haben sich von diesem technologischen Kontext entkoppelt und wurden zu einem gesellschaftlichen Mainstream.
Wie beurteilst du die Antwort. Halte deine Einsichten stichwortartig im Textfeld fest. Loading ⌛
⚠️ Mit «Prompt 1» nutzt du deinen KI-Chatbot «nur» als Tool (Werkzeug). Du gibst den Prompt ein, eine Antwort wird ausgegeben. Ein menschlicher Lernpartner, der dich noch nicht kennt, würde vermutlich zuerst untersuchen, was du schon weisst und wo genau deine Verständnislücke liegt. Erst danach würde er versuchen, dir gezielt zu helfen.
💡 Nutze nun deinen KI-Chatbot als Lernpartner. Dafür stellst du ihm nicht nur Fragen, du lässt dir auch von ihm Fragen stellen. Dazu erweiterst du «Prompt 1» mit folgendem Zusatz: „Bevor du mit deiner Erklärung beginnst, finde heraus, was ich bereits verstehe und wo meine Verständnislücken sind. Stelle mir dazu mehrere Fragen, aber jeweils nur eine Frage auf einmal. Antworte erst, wenn du dir sicher bist, wie du mir gezielt helfen kannst.“
Starte einen neuen Chat. Gib «Prompt 2» in deinen KI-Chatbot ein UND beantworte alle Fragen, welche dir der KI-Chatbot stellt. «Prompt 2» entspricht «Prompt 1», aber mit dem beschriebenen Zusatz. Prompt 2 (öffnen, ALLES kopieren, einfügen)
Ich bin in der 9ten Klasse und du bist die beste Nachhilfe der Welt. Erkläre mir bitte die folgende Definition. Antworte in einfacher Sprache. Mache kurze Sätze. Bevor du mit deiner Erklärung beginnst, finde heraus, was ich bereits verstehe und wo meine Verständnislücken sind. Stelle mir dazu mehrere Fragen, aber jeweils nur eine Frage auf einmal. Antworte erst, wenn du dir sicher bist, wie du mir gezielt helfen kannst.
—
Digitalität bezeichnet die auf digital codierten Medien und Technologien basierenden Verbindungen zwischen Menschen, zwischen Menschen und Objekten und zwischen Objekten. Im Gegensatz zu den Begriffen der Digitalisierung oder der digitalen Transformation, die eher eine technologische Entwicklung betonen, bezieht sich Digitalität, ähnlich wie der Begriff Digital Lifestyle, stärker auf soziale und kulturelle Praktiken. Gemeint ist »der kulturelle und soziale Niederschlag« eines Wandels, der »neue Handlungsroutinen, Kommunikationsnormen, soziale Strukturen, Identitätsmodelle, Raumvorstellungen etc. hervorbringt«.[1] Bestimmte kulturelle Praktiken, die im Kontext der Digitalisierung entstanden sind, haben sich von diesem technologischen Kontext entkoppelt und wurden zu einem gesellschaftlichen Mainstream.
Wie beurteilst du nun die Antwort. Ist sie besser oder schlechter? Worin bestehen die Unterschiede. Halte deine Einsichten stichwortartig im Textfeld fest.Loading ⌛
Lernen mit KI - Einsatztipps
Achtung, beurteile immer, ob die Antwort deines KI-Chatbots richtig sein kann und suche im Zweifelsfall nach Quellen, die das bestätigen. KI-Chatbots können dir in völliger Überzeugung auch den grössten Blödsinn als Wahrheit verkaufen.
🎯 So nutzt du deinen KI-Chatbot, um besser Inhalte zu lernen.
Befasse dich zuerst selbst mit den Inhalten (selber etwas lesen, überlegen, durchdenken, anwenden, erstellen etc.).
Nutze danach deinen KI-Chatbot als Lernpartner, der
dir erst einmal ein paar Fragen stellt, um herauszufinden, was du nicht verstehst, bevor er dir etwas erklärt.
dir nicht die Lösung präsentiert, sondern dich durch geschickte Hinweise und Fragen selbst die entscheidenden Überlegungen machen lässt.
dich abfragt oder für dich Aufgaben erstellt und danach deine Antworten mit dir durchgeht.
dir eine kritische, aber begründete Rückmeldung zu deinen Überlegungen oder Antworten gibt.
sich mit dir über ein Thema unterhält, um deine Sprach-, Schreib- oder Argumentationsfähigkeit zu verbessern.
etc.
Wenn du mit dem Resultat nicht zufrieden bist, sage deinem KI-Chatbot, was er besser machen sollte. Oder frag ihn, was er von dir braucht, um ein besseres Resultat liefern zu können. Ebenso kannst du am Ende den KI-Chatbot bitten, deinen Prompt so zu verbessern, dass du beim nächsten Mal von Anfang an eine bessere Antwort bekommst.
💬 So formulierst du gute Prompts.
Sage zuerst, dass du in der xten Klasse bist, dein KI-Chatbot dein Lernpartner oder deine Nachhilfe ist und das Beste aus dir herausholen soll (klare Rollenverteilung und -beschreibung).
Sage anschliessend möglichst konkret
was du von ihm möchtest (klares Ziel)
was du brauchst (klares Resultat)
wie er mit dir umgehen soll (klares Vorgehen)
was er beachten muss (klare Vorgaben)
etc.
🧚 Übrigens, einen KI-Chatbot kannst du auch bitten
dir bei der Formulierung oder Verbesserung eines Prompts helfen zu lassen.
dir beizubringen, wie du ihn, den KI-Chatbot, am besten für dies oder jenes nutzen kannst.
dir (nach einem Interview) sagen, was du beim Lernen verbessern kannst oder dir weitere Lernmethoden empfehlen, welche zu dir passen könnten.
mit dir zusammen Lern- und Zeitpläne erstellen.
etc.
✍ Auftrag "Besser lernen dank KI"
⚠️ In diesem Auftrag geht es darum, eines der Beispiele auszusuchen, dieses an ein kommendes Prüfungsthema anzupassen und mit dem KI-Chatbot zu lernen zu beginnen.
💡 Dieser Auftrag funktioniert auch ohne „Study Modus“. Interessant ist es aber sicherlich, die folgenden Anregungen mit dem Study Modus zu vergleichen oder auch zu kombinieren.
Nutze deinen KI-Chatbot als Lernpartner. Beachte dabei auch die oben stehenden Tipps für das Formulieren guter Prompts. Falls du mit einer Antwort nicht zufrieden bist, teile dem KI-Chatbot mit, was dir nicht passt oder frage, was er von dir braucht, um besser antworten zu können.
Wähle für diesen Auftrag etwas aus der folgenden Liste aus. Und ersetze das Beispielthema mit einem Thema, dass du bereits geübt oder dir vorüberlegt hattest - vielleicht kannst du dich so gerade auf deine nächste Prüfung vorbereiten.
Ein Thema verstehen, dass du noch nicht wirklich vollständig verstanden hast.
Teile dafür dem KI-Chatbot mit, er solle dich zuerst interviewen, mit dem Ziel deine Verständnislücken herauszufinden und dir erst dann beim Verstehen zu helfen, wenn er sich sicher ist, wo dein Verständnisproblem liegt. Prompt Beispiel
Ich bin in der 9ten Klasse und du bist die beste Nachhilfe der Welt. Erkläre mir bitte die Theorie im Dokument, das ich dir mitgebe. Antworte in einfacher Sprache. Mache kurze Sätze. Bevor du mit deiner Erklärung beginnst, finde heraus, was ich bereits verstehe und wo meine Verständnislücken sind. Stelle mir dazu mehrere Fragen, aber jeweils nur eine Frage auf einmal. Antworte erst, wenn du dir sicher bist, wie du mir gezielt helfen kannst.
Eine Aufgabenlösung verbessern, die du noch nicht abgegeben hast.
Bitte den KI-Chatbot Verbesserungen vorzuschlagen und jede seiner Verbesserungen zu begründen. Am Ende kannst du den KI-Chatbot fragen, was du noch einmal genauer ansehen und üben solltest. Prompt Beispiel (Start)
Ich bin in der 9ten Klasse und du bist die beste Nachhilfe der Welt. Nachfolgend gebe ich dir eine Aufgabenstellung und meine Lösung dazu mit. Schau dir meine Lösung kritisch an. Zeige mir auf, was ich an dieser Lösung verbessern kann. Für jeden deiner Kritikpunkte, erkläre mir, warum meine Lösung verbesserbar ist und warum deine Lösung eine echte Verbesserung darstellt. Antworte in einfacher Sprache. Mache kurze Sätze.
[Aufgabenstellung:] …
[Meine Lösung:] …
Danke. Formuliere abschliessend eine Empfehlung für mich, damit ich künftig Aufgaben dieser Art besser lösen kann. Gibt es Inhalte, welche ich deiner Meinung nach noch einmal ansehen sollte? Falls ja, nenne diese Inhalte und begründe warum. Gibt es Kompetenzen, ich deiner Meinung nach noch einmal üben sollte? Falls ja, nenne diese Kompetenzen und begründe warum.
Eine Aufgabe meistern, die nicht gelöst werden konnte.
Bitte den KI-Chatbot dich durch Fragen und Hinweise so anzuleiten, dass du die Aufgabe verstehst und selbst auf die Lösung kommst. Verbiete dem KI-Chatbot, dir die Lösung oder Teillösungen zu verraten. Am Ende kannst du den KI-Chatbot fragen, was du noch einmal genauer ansehen und üben solltest. Prompt Beispiel (Start)
Ich bin in der 9ten Klasse und du bist die beste Nachhilfe der Welt. Hilf mir, die nachfolgende Aufgabe zu lösen und zu verstehen. Wichtig, du darfst mir dabei keine Lösung oder Teillösung präsentieren. Stelle mir Fragen oder gib mir Hinweise, welche mich dazu bringen, die Aufgabe zu verstehen und die Lösung selbst zu finden. Antworte in einfacher Sprache. Mache kurze Sätze. Beginne deine Hilfe damit, dass du herausfindest, was ich bereits verstehe und wo meine Verständnislücken sind. Stelle mir dazu mehrere Fragen, aber jeweils nur eine Frage auf einmal.
[Aufgabenstellung:] …
Danke. Formuliere abschliessend eine Empfehlung für mich, damit ich künftig Aufgaben dieser Art besser lösen kann. Gibt es Inhalte, welche ich deiner Meinung nach noch einmal ansehen sollte? Falls ja, nenne diese Inhalte und begründe warum. Gibt es Kompetenzen, ich deiner Meinung nach noch einmal üben sollte? Falls ja, nenne diese Kompetenzen und begründe warum.
Dich auf eine kommende Prüfung vorbereiten.
Lasse dich vom KI-Chatbot abfragen und deine Antworten darauf von ihm beurteilen. Am Ende kannst du den KI-Chatbot fragen, welche Inhalte du noch einmal genauer ansehen und üben solltest. Prompt Beispiel (Start)
Ich bin in der 9ten Klasse und du bist die beste Nachhilfe der Welt. Nachfolgend gebe ich dir eine Aufstellung aller Lernziele und Inhalte, welche ich bei der nächsten Prüfung können muss. Bitte überlege dir 5 typische Fragen, zu den verschiedenen Prüfungsthemen. Wähle Fragen, welche tatsächlich an der Prüfung vorkommen könnten. Frage mich eine Frage nach der anderen. Gib mir direkt nach meiner Frage eine Rückmeldung, ob meine Antwort richtig war. Falls die Antwort nicht richtig war, erkläre mir, was falsch war und was ich besser machen könnte. Antworte in einfacher Sprache. Mache kurze Sätze.
[Lernziele und Inhalte:] …
Danke. Formuliere abschliessend eine Empfehlung für mich, damit ich mich weiterhin gezielt auf die Prüfung vorbereiten kann. Gibt es Inhalte, welche ich deiner Meinung nach noch einmal ansehen sollte? Falls ja, nenne diese Inhalte und begründe warum. Gibt es Kompetenzen, ich deiner Meinung nach noch einmal üben sollte? Falls ja, nenne diese Kompetenzen und begründe warum.
Deine Sprachkompetenzen verbessern.
Diskutiere mit dem KI-Chatbot in Deutsch oder einer Fremdsprache über ein dir bekanntes Thema und lasse dir allfällige sprachlichen Verbesserungen rückmelden. Am Ende kannst du den KI-Chatbot fragen, welche Wörter oder welche Grammatik-Regeln du noch einmal genauer ansehen und üben solltest. Prompt Beispiel (Start)
Ich bin in der 9ten Klasse und du bist die beste Nachhilfe der Welt. Hilf mir dabei, meine Sprachkenntnisse in Deutsch zu verbessern, indem du dich mit mir über das Thema «Macht von Influencern» unterhältst. Beginne die Unterhaltung mit einer Frage an mich. Warte immer meine Antwort ab, bis du darauf reagierst. Prüfe bei jeder meiner Antworten, ob diese sprachlich korrekt und sprachlich sauber formuliert wurde. Falls du Verbesserungspotential siehst, so melde zuerst zurück, was bei meiner Antwort sprachlich verbessert werden könnte und begründe dies. Danach reagiere inhaltlich auf meine Antwort, damit die Unterhaltung weitergeführt wird. Stoppe nach 5 Antworten von dir. Antworte in einfacher Sprache. Mache kurze Sätze.
Danke. Formuliere abschliessend eine Empfehlung für mich, damit ich gezielt meine Sprachfähigkeiten verbessern kann. Welche Formulierungen sollte ich mir deiner Meinung nach noch einmal ansehen? Gibt es Grammatik-Regeln, die ich vertiefen sollte? Falls ja, beschränke deine Empfehlung auf die zwei aus deiner Sicht dringendsten Grammatik-Regeln und begründe, warum ich gerade diese vertiefen sollte. Gib mir für jede dieser Grammatik-Regeln ein Beispiel, wie ich diese Grammatik-Regel vertiefen kann.
Lasse dir vom KI-Chatbot eine deiner Unterhaltungen zusammenfassen und kopiere die Zusammenfassung in das Textfeld. Loading ⌛
Muller D., «Veritasium: What Everyone Gets Wrong About AI and Learning – Derek Muller Explains», Video on YouTube, Perimeter Institute for Theoretical Physics, URL: https://youtu.be/0xS68sl2D70?feature=shared, Abgerufen 20.06.2025
Muller D., «Veritasium: What Everyone Gets Wrong About AI and Learning – Derek Muller Explains», Video on YouTube, Perimeter Institute for Theoretical Physics, URL: , Abgerufen 20.06.2025
Gerlich, M. (2025). AI Tools in Society: Impacts on Cognitive Offloading and the Future of Critical Thinking. Societies, 15(1), 6. https://doi.org/10.3390/soc15010006 , Abgerufen 20.06.2025
Kosmya, N. et al. (2025). Your Brain on ChatGPT: Accumulation of Cognitive Debt when Using an AI Assistant for Essay Writing Task. MIT, Paper draft. CC BY-NC-SA 4.0. https://arxiv.org/pdf/2506.08872 , Abgerufen 20.06.2025